Direkte Formel
Jahres-kWh = (Endstand − Anfangsstand) ÷ Messtage × 365
Der Rechner startet mit 1.000 kWh am Anfang, 1.120 kWh am Ende und 30 Tagen Abstand. Die Differenz beträgt 120 kWh. 120 ÷ 30 × 365 = 1.460 kWh pro Jahr; bei 35 ct/kWh sind das 511,00 €. Das Ergebnis ist eine lineare Hochrechnung des beobachteten Zeitraums, keine fertige Jahresprognose.
Schritt 1: Beide Ablesungen sauber dokumentieren
Notiere Datum, Uhrzeit, Zählernummer, Register und Stand. Ein Foto kann Zahlendreher vermeiden. Verivox empfiehlt, Anfangs- und Endstand zu vergleichen und geschätzte Werte in Rechnungen zu erkennen. Quelle: Verivox: Zählerstand prüfen.
Subtrahiere nur Werte desselben Registers. Bei Zwei-Tarif-Zählern werden Hoch- und Niedertarif separat differenziert und später addiert. Einspeisung einer PV-Anlage ist nicht automatisch Haushaltsverbrauch; ein Bezugsregister zeigt Netzbezug.
Schritt 2: Kalendertage statt Monatsfaktor verwenden
Zwischen dem 10. August und dem 9. September liegen nicht „ein geschätzter Monat“, sondern eine konkrete Zahl von Tagen. Verwende diese Zahl. Vattenfall nennt Tages-, Wochen- und Monatsfaktoren; SVO beschreibt die Differenz zweier Stände. Die taggenaue Formel vermeidet, dass ein 28-, 30- oder 31-Tage-Zeitraum pauschal mit zwölf multipliziert wird.
| Messung | Differenz | Lineare Hochrechnung |
|---|---|---|
| 14 Tage, 56 kWh | 4,0 kWh/Tag | 1.460 kWh/Jahr |
| 30 Tage, 120 kWh | 4,0 kWh/Tag | 1.460 kWh/Jahr |
| 90 Tage, 450 kWh | 5,0 kWh/Tag | 1.825 kWh/Jahr |
Schritt 3: Saisonfehler ausdrücklich prüfen
Ein Wintermonat kann elektrische Heizung, Licht oder Trockner übergewichten; ein Urlaubsmonat kann zu niedrig liegen. Auch Warmwasser, Kühlgeräte, Homeoffice, Gäste, Pooltechnik und E-Mobilität verändern den Tageswert. Je länger und typischer der Zeitraum, desto belastbarer die Hochrechnung. Noch besser ist ein rollierender Vergleich mehrerer Zeiträume oder ein vollständiges Jahr.
Die Nachtmessung aus dem Grundlast-Leitfaden beantwortet eine andere Frage: Was läuft in einem kurzen ruhigen Fenster? Sie sollte nicht als Jahresverbrauch des gesamten Haushalts ausgegeben werden.
Schritt 4: Ergebnis gegen Rechnung und Lebensereignisse prüfen
Vergleiche die Hochrechnung mit dem letzten tatsächlichen Jahresverbrauch, nicht nur mit dem Abschlag. Erkläre größere Abweichungen zuerst mit Messdauer, Jahreszeit, Einzug, Haushaltsgröße oder neuen Geräten. Erst danach lohnt die Suche nach einzelnen Verbrauchern mit dem Messleitfaden.
Grundpreis, Bonus und bereits gezahlte Abschläge gehören nicht in die kWh-Hochrechnung. Der Rechner multipliziert nur den geschätzten Jahresverbrauch mit dem eingegebenen Arbeitspreis.
Häufige Rechenfehler vermeiden
- Endstand und Anfangsstand vertauschen.
- Unterschiedliche Register oder Zählernummern vergleichen.
- Den Monatsabschlag als Strompreis verwenden.
- Eine Urlaubswoche oder Heizwoche als normales Jahr behandeln.
- PV-Einspeisung mit Netzbezug oder Gesamtverbrauch verwechseln.
- Gerundete Tageskosten statt ungerundeter kWh hochrechnen.
Häufige Fragen
Warum akzeptiert der Rechner keinen kleineren Endstand?
Bei demselben fortlaufenden Bezugsregister wäre die Differenz negativ. Prüfe Reihenfolge, Register, Zählerwechsel und Ablesung.
Wie viele Tage soll ich messen?
Es gibt keine magische Mindestdauer. Mehrere typische Wochen oder Monate erfassen Schwankungen besser als ein einzelner Tag; ein ganzes Jahr vermeidet den linearen Saisonfehler am besten.
Ist das Ergebnis mein künftiger Verbrauch?
Nein. Es ist die auf 365 Tage verlängerte Rate des Messzeitraums. Wetter, Anwesenheit und Geräte können sich ändern.
Die Subtraktion funktioniert nur mit demselben Zähler und demselben Register. Welche Anzeige du dafür brauchst, zeigt der Leitfaden zum Ablesen des Stromzählers.
Rechenbeispiele erstellt am 10. September 2026. Aktualisiert am . Annahmen und Methodik