Direkte Formel für einen Doppeltarifzähler
Kosten = (HT Ende − HT Anfang) × HT-Preis + (NT Ende − NT Anfang) × NT-Preis + Grundpreis
Im Startbeispiel sind es 1.200 kWh HT zu 35 ct und 800 kWh NT zu 28 ct. Das ergibt 420 € + 224 € = 644 € Arbeitspreis. Mit zwölf Monaten zu 12 € Grundpreis sind es insgesamt 788 €. Es handelt sich um eine Rechenannahme, nicht um einen Tarifvergleich.
Schritt 1: Register eindeutig zuordnen
Ein Doppeltarifzähler misst Verbrauch in zwei Registern. SVO erklärt HT als Hochtarif und NT als Niedertarif; konkrete Schaltzeiten legt der jeweilige Anbieter oder Netzbetreiber fest. Digitale Zähler können Registerkennzahlen statt ausgeschriebener Kürzel anzeigen. Vergleiche deshalb nur Anfang und Ende desselben Registers und derselben Zählernummer. Quelle: SVO: Doppeltarifzähler erklärt.
Schritt 2: Beide Verbrauchsdifferenzen getrennt bepreisen
Subtrahiere je Register den alten vom neuen Stand. Multipliziere die HT-Differenz ausschließlich mit dem HT-Arbeitspreis und die NT-Differenz ausschließlich mit dem NT-Arbeitspreis. Ein gemittelter Preis kann die Rechnung verzerren, besonders wenn sich der Verbrauchsanteil zwischen den Zeiten verändert.
Die Verbraucherzentrale weist bei einer Zweitarifmessung darauf hin, dass für HT und NT Verbrauchswerte vorliegen müssen. Das ist besonders bei Wärmepumpentarifen relevant, gilt rechnerisch aber allgemein für zwei getrennt bepreiste Register. Quelle: Verbraucherzentrale: Zweitarifmessung.
| Register | Differenz im Beispiel | Preis | Kosten |
|---|---|---|---|
| HT | 11.200 − 10.000 = 1.200 kWh | 35 ct/kWh | 420,00 € |
| NT | 5.800 − 5.000 = 800 kWh | 28 ct/kWh | 224,00 € |
| Grundpreis | 12 Monate | 12 €/Monat | 144,00 € |
Schritt 3: Abrechnungszeitraum und Grundpreis abgleichen
Der Startwert enthält zwölf Monatsgrundpreise zu je 12 €, also 144 €. Für einen anderen Zeitraum trägst du direkt den festen Gesamtbetrag dieses Zeitraums ein. Bei taggenauer Abrechnung oder Preiswechseln sind die Rechnungsabschnitte separat zu berechnen und anschließend zu addieren.
Schritt 4: Bezug, Einspeisung und Haushaltsstrom nicht vermischen
Ein PV-Einspeiseregister ist kein NT-Verbrauch. Ebenso kann ein separater Wärmepumpenzähler einen anderen Vertrag als der Haushaltszähler haben. Addiere nur Positionen, die du wirklich gemeinsam auswerten willst, und ordne Grundpreise dem jeweiligen Vertrag zu. Die allgemeine Jahreshochrechnung aus Zählerständen beantwortet eine andere Frage: Sie verlängert einen Zeitraum auf 365 Tage, bepreist aber keine zwei Register.
Typische Fehler und Grenzen
- HT- und NT-Endstand vertauschen.
- Beide Differenzen mit dem günstigeren Preis multiplizieren.
- Monatsgrundpreis nur einmal statt für den Zeitraum berücksichtigen.
- Boni, Abschläge oder Nachzahlungen als Arbeitspreis behandeln.
- PV-Einspeisung, Netzbezug und getrennte Verträge addieren.
- Schaltzeiten aus einem fremden Tarif übernehmen.
Der Rechner bildet keine dynamischen Stundenpreise, Leistungspreise, Wandlerfaktoren, Steuern außerhalb deiner Bruttopreise oder rechtliche Rechnungsprüfung ab.
Häufige Fragen
Was ist HT und was ist NT?
HT bezeichnet üblicherweise den Hochtarif, NT den Niedertarif. Maßgeblich sind Registerbezeichnung, Vertrag und Schaltzeiten deines Anbieters.
Kann ich nur einen Zählerstand eintragen?
Nein. Für den Verbrauch brauchst du pro Register einen Anfangs- und Endstand aus demselben Zeitraum.
Ist NT immer nachts billiger?
Nicht automatisch. Preis und Schaltzeiten stehen im konkreten Vertrag; der Rechner nimmt keine aktuellen Tarife an.
Sind Abschläge enthalten?
Nein. Abschläge sind Vorauszahlungen. Der Rechner berechnet Verbrauchskosten plus eingegebenen Grundpreis.
1.8.1 bezeichnet Tarifregister 1, 1.8.2 Tarifregister 2. Prüfe deren HT-/NT-Zuordnung in deinen Unterlagen. Die Registerübersicht mit Ablesebeispiel hilft dabei, Gesamtstand und Teilregister nicht doppelt zu zählen.
Rechenbeispiele erstellt am 11. September 2026. Aktualisiert am . Annahmen und Methodik